Der Neunte Akustikabend: wieder ein wenig unvergesslich, wieder mit viel Liebe vorbereitet, wieder eine Menge herrlicher Musik, wieder ein grandioses Publikum – und irgendwie auch wieder ein wenig besser als er schon im Vorjahr war.
Der Neunte Akustikabend fand am 22.11.2008 in Victors Residenz Hotel in Teistungenburg statt. Schon etwa ein dreiviertel Jahr vorher begannen erste Planungen und Organisationen für die Konzertveranstaltung. Ideen wurden bereits entwickelt, Kontakte geknüpft, Räumlichkeiten und Technik organisiert, Musiken ausgewählt und zusammengestellt, Öffentlichkeitsarbeit betrieben, Sponsoren geworben und und und, so dass wir uns am Veranstaltungstag, gut vorbereitet, auf die letzte Etappe der Durchführung begeben konnten.
Um 7.00 Uhr des betreffenden Novembertages – erste Schneeflocken kündigten den nahenden Winter an – trafen sich deshalb eine Menge Helfer in Teistungenburg mit prall gefüllten Pkws und Transportern. Endspurt zum Neunten Akustikabend. Die Aufgaben waren schon im Vorfeld gut verteilt, so dass alle Beteiligten stressfrei und reibungslos starten konnten: ein Teil kümmerte sich um die Technik auf der Bühne, ein Teil um die geplanten künstlerischen Ausstellungen, ein Teil um die Lichtinstallationen und die Saalbeleuchtung, wieder ein anderer um den Gastrobereich, ein Teil organisierte die im größeren Stil geplanten Videoaufzeichnungen, ein anderer um die Parkplatzsicherheit und so weiter und so fort. Bis zur letzten Minute wurde konzentriert gewerkelt, so dass punktgenau zum Einlass um 19 Uhr alle Arbeiten abgeschlossen waren und die ersten Gäste in den atmosphärisch dicht gestalteten Räumlichkeiten begrüßt werden konnten. Die gesamte Anlage von Teistungenburg war zum Akustikabend-Wohnzimmer geworden und harrte eines spannenden musikalischen Abends.
Die zahlreichen Besucher, die sich angekündigt hatten – bereits nach einer Woche mussten wir die Sitzplatzreservierung schließen, waren die 450 Plätze vergeben und nahmen die Sitzplatzanfragen dennoch kein Ende! – die angekündigten Besucher also ließen auch nicht lang auf sich warten und so füllte sich der Konzertsaal und das dazugehörige Foyer im Nu.
Im Eingangsbereich gaben keine geringeren als die Anonymen Saxophoniker, geleitet von Wolfgang Busse, ein einstündiges Einstimmungsprogramm. Dazu fertigte Sven Wiegand Porträts interessierter Gäste an, bereicherten zusätzlich die Ausstellungen von Silvana Funke (Worbis) und Anja Perl (Berlin) das Foyer und begrüßten die Besucher.
Um 20:05 – alle hatten bereits ihre Plätze eingenommen – erlosch das Licht im Saal: Der Neunte Akustikabend konnte beginnen. Den Anfang dabei machten mit einfühlsamen, fast schon sphärischen Pianostücken Martin Kohlstedt und Sven Tasch, wobei während Martins Solospiel Gesichter verschiedenster Menschen auf einer großen Videoleinwand zu sehen waren und Sven Tasch einen seiner Texte einstreute: "Schließ die Augen, stell dir vor, du liegst auf einer Wiese.... Wie kann man diesen Moment beschreiben? Nicht mit Worten, vielleicht so..." Und tatsächlich schlossen viele im Publikum die Augen, um sich - grenzenlos - von der Musik entführen zu lassen.
Im ersten Programmteil folgte nun kräftiger Soul mit der Sängerin Johanna Wolle, Johannes Vogt am Piano und Michael Kaufung am Kontrabass, sprangen die Saxophoniker für einen ausgefallenen Programmpunkt ein, ging es mit einer Geschichte von Tasch zum Thema Grenzüberschreitung weiter, gaben Martin Kohlstedt und der junge Trompeter Johannes Hille ihr Bestes. Nachdem Annemarie Böck zu einem von einer französischen Band – den Banlieue Boys - als Video eingespielten Stück gesungen hatte, war erst einmal Pause.
Nach dieser folgten im zweiten Programmteil die Formation Diekenstiek, die so etwas wie der rote Faden durch all die bisherigen Akustikabende war, Gitarrist Mirko Hildmann und weitere Künstler, darunter die Band Emma und der Sänger André Kühn. Das große Finale wurde – wiederum per Videoeinspieler aus Frankreich eingezählt – von 20 Musikern aus der Region gestaltet und gefeiert.
Ganz am Ende wurden die Gäste, noch bevor jeder seinen Heimweg antrat, um eine Spende gebeten, die dem Govinda e.V. zukommen sollte. Etwa 1700 € konnten so für die Arbeit der Entwicklungshilfe-Organisation, die in Nepal ein von ihr errichtetes Waisenhaus und eine Schule betreut und sich an vielen weiteren Projekten zur Selbsthilfe der armen Bevölkerung beteiligt, gesammelt werden. Seit einigen Jahren engagiert sich Govinda besonders in Westnepal, wo aufgrund innenpolitischer Konflikte die Not am größten ist. Der Akustikabend konnte mit der Spendenaktion, wie auch in den Vorjahren, unter Beweis stellen, dass sein Horizont und derjenige aller Beteiligten über eine rein musikalische Veranstaltung hinausgeht, man sich verantwortlich erklärt für alle Menschen auf diesem Planeten.
Der Neunte Akustikabend ging zu Ende: wieder ein wenig unvergesslich, wieder mit viel Liebe vorbereitet, wieder eine Menge herrlicher Musik, wieder ein grandioses Publikum, wieder für einen guten Zweck – und irgendwie auch wieder ein wenig besser als er schon im Vorjahr war.
Und wir wagen zu Versprechen, dass das zehnjährige Jubiläum im nächsten Jahr diese Tradition weiterführen wird. Wir freuen uns schon jetzt!