Schon im Vorfeld wurde im Verein viel, kontrovers und auch emotional über den Akustikabend diskutiert. Vielen Personen liegt der Abend sehr am Herzen und so stellten sich nicht nur die Fragen danach, wie eine solch große Veranstaltung weiterhin finanziert werden kann. Vor allem auch inhaltliche Fragen standen im Raum. Welches Thema soll im Zentrum des Abends stehen? Wie sollte das Fehlen von Akustikabend-Urgesteinen wie Claudia Ziegenfuß, Robert Fiedler oder Martin Kohlstedt kompensiert werden? Können wir es wagen, auch ungewöhnliche Präsentationsformen in das Programm einbauen? Ansporn der Organisatoren/innen war es – und das verband alle miteinander – wieder einen anspruchsvollen und beeindruckenden Akustikabend zu gestalten.
Das immense Interesse des Publikums am Akustikabend sollte uns auch in diesem Jahr weitere Motivation sein. Schon wenige Tage nachdem die Sitzplatzreservierung gestartet war, waren nahezu alle Plätze in der Obereichsfeldhalle in Leinefelde vergeben. Das war Rekord! So wurden noch zusätzliche 150 Sitzplätze geschaffen, um weiteren Besuchern/innen zu ermöglichen, am Abend teilzuhaben.
Durch die finanzielle Unterstützung durch den Rotary Club Duderstadt-Eichsfeld und das Thüringer Kultusministerium war der Akustikabend in diesem Jahr auch finanziell abgesichert. Mit den Geldern konnte die notwendige Licht- und Tontechnik bestellt und die Techniker am Abend bezahlt werden. Zum Glück gibt es aber auch immer noch Menschen wie unseren Haus- und Hoftechniker Mirko, der sich auch in diesem Jahr ehrenamtlich mit größtem Engagement in den Abend einbrachte.
Das Thema des diesjährigen Abends lautete „Das Selbe im Anderen“. Es sollte um Kontraste gehen. Dies wurde schon beim Intro des Abends deutlich: auf zwei Leinwänden liefen Videos, die auf der einen Seite ein unruhiges Meer zeigten und auf der anderen eine strömende Menge von Menschen. Gleichzeitig präsentierte die Formation Diekenstiek den Song „The Same in the other one“, bei der die Sängerin Miriam Nentwich ihre Akustikabend-Premiere gab. Dies tat sie mit großer Souveränität und mit Hilfe ihrer fantastischen, kraftvollen Stimme. Nach einer anschließenden Begrüßung durch Sven Tasch ging es weiter im Programm.
Dieses wurde unter anderem von Johannes Vogt und seiner Band „My cat called Mujji“ gestaltet, die den Song „Escalier“ präsentierten. Außerdem war die Musiklehrerin Frau Wenzel mit ihrer Formation Teil des Akustikabends. Letztere bereicherte allein schon aufgrund der Instrumentierung – Harfe und Querflöte fanden Platz – die Veranstaltung. Ihre Titel „Pachelbel“ und „Snow“ wurden gesanglich durch Sylvia Buthut und den Berliner Rapper Ersan Kuru begleitet.
Zwischendurch stellte der Moderator Sven Tasch sein gerade frisch gedrucktes Buch „Dreißig“ vor und sorgte dabei für den einen oder anderen Lacher. Das Buch erschien im Eigenvertrieb. Ihm ist eine Musik-CD mit verschiedenen Stücken beigelegt. Eines dieser Stücke, das den Titel „Rotten Apples“ trägt, wurde im Anschluss an die Buchvorstellung Live auf die Akustikabend-Bühne gebracht. Ein weiterer starker Song des Abends wurde durch die Band Heatfactory beigesteuert, deren Sängerin Lorenza Wand ihre ganze Stimmgewalt einbrachte. Danach wurde das Licht in der Halle herunter gefahren und Leonard Hunold spielte sich mit seiner Gitarre und einem virtuosen Stück in die Herzen der Gäste. Ein Kontrast bildete in jeglicher Hinsicht – musikalisch wie vom Erscheinungsbild her – die Band „Manga of Memory“. Die Band, die eigentlich eher in der Gothic-Szene zu Hause ist, stellte dem Publikum zwei deutschsprachige Songs aus ihrem neu erschienenen Album vor. Darauf folgte eine musikalische Videobotschaft von Martin Kohlstedt, der leider nicht beim Akustikabend dabei sein konnte. Auf zwei Leinwänden wurden Videos projiziert, in denen Martin mit sich selber musizierte. Zum Abschluss des Abends stand die Band „My cat called Mujji“ noch einmal mit den Berliner Rappern Tayfun und Ersan Kuru auf der Bühne und entließen das Publikum mit einem Ohrwurm in den Abend.
Neben den musikalischen Präsentationen konnten die Gäste des Akustikabends 2010 Werke der Malerin Mareike Stange aus Worbis und eine Videoinstallation von Robert Fiedler aus Birkungen bestaunen. Zudem wurde das Programm des Akustikabends durch eine Modenschau der Ershäuserin Katja Mathias und deren Kommilitonin Magdalena Röhr bereichert. Dieses kleine Experiment, den Akustikabend mit einer Modenschau zu verbinden, kann als absolut gelungen gelten.
Fast alle beteiligten Künstler und Künstlerinnen kamen aus dem Eichsfeld und es machte uns ein wenig stolz, ein solch großes musikalisches und künstlerisches Potential dem Publikum vorstellen zu können. Es war ein kontrastreiches Programm mit viel Hingabe, Leidenschaft und Emotion. Wir danken allen Beteiligten und Helfer/innen für die unermüdliche Unterstützung, die den Akustikabend erst möglich gemacht hat und bei allen interessierten Gästen.
Den größten Dank in diesem, wie auch in den letzten Jahren geht an Gabi Wachtel, die uns mit voller Hingabe bei den Vorbereitungen und der Durchführung des Akustikabends unterstützt und sich um den musikalischen Nachwuchs im Eichsfeld kümmert. Ohne ihr Engagement und ihre Liebe zu dieser Veranstaltung, könnten wir nicht jedes Jahr die Qualität des Programmes steigern. Vielen Dank!
Bis zum nächsten Akustikabend!